Flachbodensilo
Ein Flachbodensilo besitzt keinen steilen Auslauftrichter, sondern einen flachen oder nur leicht geneigten Boden. Das bringt maximales Nutzvolumen bei geringer Aufbauhöhe – ideal für niedrige Keller, Garagen oder Räume mit begrenzter Deckenhöhe. Die Entnahme erfolgt nicht allein über die Schwerkraft,…
Fließfähigkeit
Rieselfähigkeit beschreibt, wie bereitwillig ein Schüttgut unter Schwerkraft in Bewegung gerät. Gut rieselfähige Güter wie trockene Holzpellets, Granulate oder Quarzsand fließen selbsttätig aus dem Trichter. Feine, feuchte oder fetthaltige Materialien – etwa Kalkhydrat, Milchpulver oder frisch gemahlenes Mehl – neigen…
Fluidisieren
Schießen bezeichnet den unkontrollierten, flüssigkeitsähnlichen Austritt eines mit Luft durchsetzten Schüttguts. Es tritt vor allem bei feinen Pulvern auf, wenn diese nicht ausreichend entlüftet sind – etwa nach dem Einsturz einer Brücke, bei sehr kurzen Verweilzeiten oder nach dem Einsatz…
Förderschnecke
Förderschnecken transportieren Schüttgut über eine rotierende Wendel in einem Trog oder Rohr – auch dort, wo die Schwerkraft nicht ausreicht. Als Dosierschnecke ausgeführt, übernimmt dasselbe Prinzip die mengengenaue Zuteilung. Man unterscheidet volumetrische Dosierung über Drehzahl und Steigung von gravimetrischer Dosierung…
Füllstandsmessung
Zur Bestandsüberwachung im Silo stehen mehrere Verfahren zur Verfügung: Wägezellen in der Aufhängung erfassen die Masse direkt und sind unabhängig von der Schüttkegelform; Radar- und Ultraschallsensoren messen den Abstand zur Oberfläche; mechanische Drehflügelmelder oder kapazitive Sonden melden das Erreichen definierter…
Fundament
Silos leiten hohe, konzentrierte Lasten in den Untergrund ein. Vor der Aufstellung sind daher Tragfähigkeit von Boden oder Decke, Ebenheit der Aufstellfläche und die Verankerung der Fußpunkte zu prüfen. Bei Außensilos kommen Wind- und Schneelasten sowie die Abtragung von Horizontalkräften…
Futtermittelsilo
Futtermittelsilos bevorraten Kraftfutter, Getreide, Mineralstoffe und Zusatzstoffe in Zucht-, Mast- und Pferdebetrieben. Entscheidend sind hier Trockenheit, Schädlingssicherheit und eine sortenreine Lagerung mehrerer Komponenten. Flexible Gewebesilos lassen sich auch in bestehenden Ställen und Nebengebäuden unterbringen, sind bei Bedarf umsetzbar und ermöglichen…
Getreidesilo
Getreidesilos lagern Weizen, Gerste, Roggen oder Mais in Landwirtschaft, Mühlen und Mischfutterwerken. Zentrale Anforderungen sind gleichbleibend niedrige Kornfeuchte, Schutz vor Witterung und Schädlingen sowie kontrollierbare Temperaturverhältnisse. Auch bei Getreide kann sich in schlecht durchlüfteten Behältern Kohlenmonoxid anreichern – Belüftungskonzept und…
Gewebesilo
Ein Gewebesilo besteht aus einem flexiblen Silokörper aus hochfestem technischem Gewebe, der in ein Traggestell aus Stahl oder Holz eingehängt wird. Gegenüber starren Stahl- oder Betonsilos punktet diese Bauweise mit geringem Eigengewicht, kurzer Montagezeit, freier Maßgestaltung und der Möglichkeit, das…
Granulatsilo (Kunststoff)
Kunststoffgranulate sind in der Regel gut rieselfähig, neigen aber zu elektrostatischer Aufladung und zur Entmischung nach Korngröße und Farbe. Granulatsilos versorgen Spritzguss- und Extrusionsanlagen kontinuierlich mit Rohmaterial und ersetzen das Handling von Oktabins und Big Bags. Wichtig sind ableitfähige Ausführung,…
Hochleistungsgewebe
Silokörper werden aus technischen Geweben auf Polyesterbasis gefertigt. Diese Materialien vereinen hohe Reißfestigkeit, Formstabilität und Abriebbeständigkeit mit geringem Gewicht. Entscheidend ist die Luftdurchlässigkeit: Beim pneumatischen Befüllen entweicht die Förderluft durch das Gewebe, während Staub zurückgehalten wird. Für Lebensmittel- und Futtermittelanwendungen…
Hochsilo
Als Hochsilo bezeichnet man stehende, vertikal ausgerichtete Silos, deren Höhe die Grundfläche deutlich übersteigt. Sie nutzen die Bauhöhe statt der Fläche und sind daher überall dort erste Wahl, wo Stellfläche knapp und Deckenhöhe vorhanden ist. Ausgeführt werden Hochsilos als Rundsilo,…
Holzgestell
Das Holzgestell ist die ökologische Alternative zum Stahlgestell. Konstruktionsvollholz überzeugt durch geringes Gewicht, gute Verarbeitbarkeit vor Ort und eine deutlich günstigere CO₂-Bilanz. Für Innenaufstellung in trockenen Räumen – etwa Pelletlager im Keller – ist es eine wirtschaftliche und schnell montierbare…
Kernfluss
Beim Kernfluss bewegt sich nur ein zentraler Kanal über der Auslauföffnung, während das Material an den Wänden stehen bleibt. Ursachen sind zu flache Trichterneigungen, hohe Wandreibung oder ein einseitig abziehendes Austragsgerät. Die Folgen reichen von ungleichmäßigem Austrag und Entmischung über…
Kleinsilo
Kleinsilos sind kompakte Lagerbehälter mit typischerweise wenigen hundert Kilogramm bis wenigen Tonnen Fassungsvermögen. Sie kommen dort zum Einsatz, wo mehrere Rohstoffe sortenrein und griffbereit vorgehalten werden müssen – etwa Zusatzstoffe in Bäckereien, Mineralfutter in der Tierhaltung oder Farbmasterbatches in der…
Kohäsion
Kohäsion ist der innere Zusammenhalt eines Schüttguts durch Haftkräfte zwischen den Partikeln – van-der-Waals-Kräfte, elektrostatische Anziehung und Flüssigkeitsbrücken. Sie nimmt zu, je feiner das Material und je höher die Feuchte ist. Kohäsive Schüttgüter entwickeln unter Verdichtung eine eigene Druckfestigkeit; genau…
Kohlenmonoxid im Pelletlager
Holzpellets geben durch Autoxidation der im Holz enthaltenen Fettsäuren Kohlenmonoxid ab – besonders ausgeprägt in den ersten zwei bis drei Wochen nach der Befüllung. CO ist farb-, geruch- und geschmacklos und in geschlossenen Lagern lebensgefährlich. Nach TRGS 900 gilt für…
Kondensat
Temperaturunterschiede zwischen Silowand und Lagergut führen zu Kondensation an der Innenseite. Feuchtigkeit ist bei nahezu allen Schüttgütern der Auslöser für Folgeprobleme: Pellets quellen und zerfallen, Getreide und Mehl verschimmeln, Zement und Kalkhydrat verklumpen, kohäsive Pulver verfestigen sich. Wirksam dagegen sind…
Lagervolumen berechnen
Das erforderliche Silovolumen ergibt sich aus der benötigten Masse geteilt durch die Schüttdichte. Bei Holzpellets mit rund 650 kg/m³ entspricht eine Tonne etwa 1,54 m³. Ein Jahresbedarf von vier Tonnen erfordert somit rund 6,2 m³ reines Schüttgutvolumen. Praxisregel: Rechnen Sie…
Lebensmittelechte Silos
Für Mehl, Zucker, Stärke, Rohkaffee oder Futtermittel gelten erhöhte Hygieneanforderungen. Verwendet werden lebensmittelechte, migrationsarme Gewebe mit glatter Oberfläche, die sich rückstandsfrei reinigen lassen und weder Geruch noch Feuchtigkeit aufnehmen. Konstruktiv sind Toträume, Spalten und schwer zugängliche Ecken zu vermeiden, in…
Massenfluss
Beim Massenfluss ist während der Entleerung die gesamte Schüttgutmenge im Silo in Bewegung – es entstehen keine toten Zonen. Vorteile: gleichmäßige Verweilzeit nach dem First-in-first-out-Prinzip, weitgehende Rückvermischung entmischter Anteile, keine Schachtbildung und keine Zeitverfestigung in Randbereichen. Massenfluss ist das Auslegungsziel…
Mehlsilo
Mehlsilos ersetzen in Bäckereien und Lebensmittelbetrieben die Handhabung von Sackware. Mehl ist ein feines, kohäsives und stark staubendes Schüttgut mit ausgeprägtem Verdichtungsverhalten – Auslaufquerschnitt, Trichterneigung und Austragstechnik müssen darauf abgestimmt sein. Lebensmittelechte Gewebe mit glatter Innenfläche erleichtern die Reinigung, die…
Mehrfachnaht
Die Naht ist die statisch kritischste Stelle jedes Gewebesilos: Hier wird die gesamte Füllmasse in die Aufhängung eingeleitet. Hochwertige Silokörper werden deshalb mehrfach abgesteppt, sodass mehrere parallele Nahtreihen die Last gemeinsam tragen und der Ausfall einer einzelnen Naht nicht zum…
Nachrüstung
Ein wesentlicher Vorteil flexibler Gewebesilos liegt in ihrer Reversibilität: Traggestell und Silokörper lassen sich zerlegen, an einen anderen Standort umsetzen oder auf ein neues Volumen umrüsten. Bei Betriebserweiterung, Standortwechsel oder Produktumstellung entfällt damit die Neuinvestition in ein festes Bauwerk. Für…
Nahtfestigkeit
Die Naht ist die statisch kritischste Stelle jedes Gewebesilos: Hier wird die gesamte Füllmasse in die Aufhängung eingeleitet. Hochwertige Silokörper werden deshalb mehrfach abgesteppt, sodass mehrere parallele Nahtreihen die Last gemeinsam tragen und der Ausfall einer einzelnen Naht nicht zum…